Unternehmenskultur für 70 Cent – Wie man mit Kleingeld Gutes tut oder Schaden anrichtet

70 Cent zu verschenken ist keine gute Idee!

Stellen Sie sich vor, Sie als Chef würden Ihren Mitarbeitern jede Woche 70 Cent in die Hand drücken. Welche Reaktionen würde das hervorrufen? Bestenfalls schaut man Ihnen mit einem müden Grinsen entgegen. Für diesen Betrag bekommt man im Supermarkt gerade noch ein Kindereis zu kaufen. Vermutlich würden sich viele Ihrer Mitarbeiter auf den Arm genommen fühlen. Sie würden Unverständnis verursachen und letztlich Unruhe provozieren. Bitte versuchen Sie nicht Ihre Unternehmenskultur mit Kleingeld zu verbessern. Damit schaden Sie der Umsetzung Ihrer Unternehmensstrategien. Doch dazu kommen wir später.

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Kann man mit 70 Cent überhaupt etwas Gutes bewirken?

Ja, das kann man, und ich möchte die Aussage mit einem realen Beispiel belegen: In einem mittelständischen Unternehmen wird jeden Freitag die Freitagsbrezel an alle Mitarbeiter ausgegeben. Diese Aktion kostet auch nur 70 Cent und jeder freut sich auf das wöchentliche Ritual. Diese einfache Brezel wird zum Kult. Es scheint also Möglichkeiten zu geben mit erstaunlich geringem finanziellen Aufwand eine gute Wirkung für die Stimmung im Unternehmen als wichtigen Bestandteil der Unternehmenskultur zu erzielen.

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Mit 70 Cent weniger zur kleinen Katastrophe

Doch dann wird es ungemütlich. Sie kennen das Problem der Konjunktur, nach dem Bergauf geht es bergab: Es muss also wieder mal gespart werden. Mit der nächsten Sparwelle wird auch die Freitagsbrezel von der Geschäftsführung gestrichen. Die Maßnahme ist völlig logisch: Natürlich kann jeder Mitarbeiter sich vom Gehalt locker selbst seine Freitagsbrezel kaufen. Es kann doch kein Problem sein, diese winzige Leistung zu streichen? Oder etwa doch? Die symbolische Wirkung der Maßnahme ist stark und die Abschaffung des Brezel-Rituals wird als Wegnehmen einer fürsorglichen Tat des Unternehmers empfunden.

Voraussetzung für die Umsetzung Ihrer Unternehmensstrategien ist eine geeignete Unternehmenskultur

Die Unternehmenskultur ist ein Schlüsselfaktor für den Unternehmenserfolg, um im operativen Geschäft eine gute Leistung zu erbringen. Sobald es um Veränderungsprozesse geht, funktioniert ohne die Kultur im Unternehmen gar nichts: Die besten Unternehmensstrategien lassen sich nicht umsetzen, wenn die Unternehmenskultur nicht dazu passt. Ob mit oder ohne Freitagsbrezel: Ihre sinnvollsten Unternehmensstrategien können von der Unternehmenskultur schon zum Frühstück aufgegessen werden.

„Culture eats strategy for breakfast“

Peter Drucker

Zusammenfassung

Geld ist wahrlich nicht alles, wenn es um Unternehmenskultur und Motivation geht. In diesem Umfeld sind Aktionen mit fürsorglichem Charakter besonders wirkungsvoll. Auch kleinste Maßnahmen können erhebliche Auswirkungen auf die Stimmung im Unternehmen haben. Das Wegnehmen einer gewohnten Leistung ist immer problematisch, und zwar nicht nur im Sinne der betrieblichen Übung, die zu einem Gewohnheitsrecht führen kann. Bei einer monetär derart kleinen Sache wie dieser Frühstücksbrezel hätte man vermutlich besser gar nicht daran gedacht, diesen Posten anzufassen. Bei einem Betrieb mit 200 Mitarbeitern spart das Unternehmen ganze 600.- € Kosten im Monat und bezahlt mit erheblicher Unruhe in der Belegschaft. Die Ausarbeitung und Umsetzung von Sparprogrammen hat ihre Tücken. Hier lohnt es sich besonders vorsichtig zu agieren, denn ohne eine geeignete Unternehmenskultur gelingt weder eine gute Leistung im operativen Geschäft noch die Umsetzung Ihrer Unternehmensstrategien.